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Wir
von Elisabeth Ligensa
Wir vögeln schon, während wir uns ausziehen und schaukeln als Schiff mit Festbeleuchtung durch die Nacht. Du gibst den Takt an, ich folge mit geschlossenen Augen. Mein nackter Arm liegt auf Deiner nackten Schulter, als wäre ich Deine ewige Tänzerin, ich lausche Dir und uns und unseren bodenlosen Schritten. Dein Schwanz, mein Schoß stoßen zusammen, zusammen. Ich bin angezündet, aufgeregt, gestopft, gefickt, an Dich gebunden, genagelt. Deine Augen beschirmen mich. Dein Lächeln im Mundwinkel, Du stöhnst. Ich wickele Dich in mein Herz und wiege Deinen Körper in meinem, Du machst mich glücklich und sagst „Süße“, und ich kann es kaum hören, weil die Zärtlichkeit in mir für Dich so laut ist. Du schiebst meine Beine auseinander mit Deinem Tänzerkörper, dirigierst millimeterweise, und Dein Schwanz schwillt in mir an, Deine Hände halten meine fest oder umgekehrt, wir lächeln und ich weiß nicht mehr, was wir machen, das Bett ist in Bewegung, die Zimmerdecke, das Draußen, Deine Hüften, alle meine Lippen, Deine dunkle Stimme singt und ich atme Dich ein wie Sauerstoff. Das Schiff ist weg, wir schwimmen. Du bist meine rote Tulpe, mein Turm, mein Sturm, mein Anker, meine Tiefsee, mein Strom, mein Wasserfall, der Mann, der mich sorgfältig vögelt und nichts an mir vergisst. Ich zerküsse Dich und Du schauderst, und dann wieder ich und dann wir.
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