zurück zu AKTUELL

Genusstaler für FRIDA

Leserbrief schreiben

Wie Frida entstanden ist 

Impressum 

Presse und Preise 

Briefe von Lesern 

Beiträge von Lesern 

 

Das Allerneueste 

Archiv Welten 

Archiv Herzen 

Archiv Körper 

Archiv Künste 

Archiv Wirtschaften 

 

 Alle Mutterglück-Kolumnen

 Alle Perlen des Alltags

 Alle Praxisplaudereien

 Alle Filmchen

 

 Archiv 2004-2006

FRIDA die Siebte
FRIDA die Sechste
FRIDA die Fünfte
FRIDA die Vierte
FRIDA die Dritte
FRIDA die Zweite
FRIDA die Erste

 

Werbung für Designer-Mode

Von frigiden Bürschchen und Schnutenmädchen

 

von Gabriele Bärtels

 

Bevor man zum Inhaltsverzeichnis eines Hochglanz-Magazins gelangt, muss man meistens viele Anzeigen überblättern. Es handelt sich dabei um doppelt- und dreiseitige Werbung von Dolce & Gabbana, Hugo Boss, Jil Sander, Prada, Gucci und Konsorten.

DesignermodeNatürlich weiß ich nicht, was ein fashion victim sieht, wenn es die Bilder der schafgesichtigen Model-Gesichter betrachtet, die in schlechter Haltung in futuristischen Kulissen herumsitzen, stehen oder liegen. Ich kann die Zielgruppe jedenfalls nicht sein, denn mir ist schleierhaft, bei wem Kaufreiz ausgelöst wird, wenn doch der Eindruck aufkommt, die Menschen, die die jeweilige Designermode hier beispielhaft vortragen, hätten ein IQ unter Null und ein Herz aus Schnee.

Man möchte die frigiden Bürschchen mit den glänzenden Muskeln, die da in allen erdenklichen Posen vor sich hinstieren, an die Hand nehmen und zu einem Psychiater bringen, der ihnen Antidepressiva einflößt, und die Schnuten-Mädchen zum Karneval oder zu einer Beerdigung mitnehmen, um sie aus der Fassung zu bringen, denn egal ob sie weinen oder lachen, Hauptsache, sie schauen nicht weiter so, als ob sie jegliches Freud & Leid auf der Welt schon gesehen haben, und alles spurlos abgetropft ist.

Wenn sie überhaupt mal in die Kamera gucken, bedeuten sie dem Betrachter, dass ihre schlechte Laune schick und kosmopolitisch ist, dabei hängen sie in ihrem feinen Zwirn wie in Fischfangnetzen, und man möchte nicht glauben, dass sie einen Fahrscheinautomaten bedienen können. Ihre in die Wüste gerichtete Aufmerksamkeit zeigt, dass es ihnen herzlich egal ist, was ich über sie denke.

Schon klar, dass Hersteller sich lange davon entfernt haben, ihre Produkte gut erkennbar darzustellen und mit nützlichen Informationen zu versehen, vielmehr soll Werbung heute ein Lebensgefühl vermitteln, dem der Kunde sich unbedingt anschließen möchte. Doch diese in bestes Licht getauchten Zielgruppenvertreter lungern den ganzen Tag bloß herum, und Langeweile kriecht durch ihre Augen wie Schnecken. Würde man ihre Konterfeis mit Sprechblasen versehen, so blieben diese gähnend leer.

Ich glaub, ich geh mir lieber ein Dirndl kaufen.

 

 

 

<<< Zurück zur Hauptseite

 

Genusstaler für FRIDA

Leserbrief schreiben

 

 

[Home] [Archiv Welten] [Archiv Herzen] [Archiv Körper] [Friseur] [Po] [Lesebrille] [Impfung] [Urinal] [Babyface] [Ewige Jugend] [Marathon] [Sandalenqual] [Werbung] [Körper-Sprache] [Eizellen-Lifting] [Fotoshooting] [Archiv Künste] [Archiv Wirtschaften] [Mutterglueck-Archiv] [Perlen des Alltags-Archiv] [Praxis-Archiv] [Filmchen-Archiv] [Genusstaler] [Leser-Brief] [Leserbeiträge] [Presse+Preise] [Impressum] [ueber FRIDA]