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Was wollten Sie einmal sein oder werden?
Ich wollte lange Zeit Musiklehrerin werden und die Schüler über die Musik zum Frieden erziehen.
Erinnern Sie sich an ein Lieblingsbuch, eine Figur aus Ihrer Kindheit?
Albert Schweitzers Erinnerungen an Lambaréné haben mich fasziniert.
Was ist Ihr größtes Talent?
Ich glaube, ich habe zwei: Sachverhalte schnell zu verstehen und Menschen zusammenzuführen.
Wo spüren Sie heute Eigenschaften Ihrer Mutter in sich?
Der Wunsch nach Wahrhaftigkeit ist mir von meiner Mutter tief eingepflanzt worden.
Welches Ziel war Ihnen immer wichtig?
Demütigung und Ungerechtigkeit haben mich immer empört. Gegen sie möchte ich ankämpfen.
Welches Ziel mussten Sie aufgeben?
Mal ein ganzes Wochenende ohne Arbeit zu verbringen.
Was verstehen Sie unter Zukunft?
Einen offenen Horizont, der im Guten wie im Schlechten nicht vorhersehbar ist.
Gibt es ein Zitat, das Sie gern anführen?
La cœur a ses raisons que la raison ne connaît pas. Das stammt von Blaise Pascal und bedeutet sinngemäß: Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Womit gehen Sie Ihrer Umgebung auf die Nerven?
Meine Mitarbeiter haben Angst vor den handgeschriebenen Erledigungszetteln, die ich rund um mich herum verteile.
Welche Umgebung geht Ihnen auf die Nerven?
Flughafen-Wartesäle. Von denen habe ich in der letzten Zeit ein paar zuviel gesehen.
Was darf in Ihrem Kühlschrank niemals fehlen?
Bekanntlich habe ich eine Vorliebe für Rotwein. Und der kommt ohne Kühlung aus.
Welche Gerüche inspirieren Sie zu Erinnerungen?
Frisch aufbrechende Frühlingserde.
Was würden Sie mit einem freien Wunsch anfangen?
Ihn mir ganz lange aufheben.
Wann fühlen Sie sich nicht wohl in Ihrer Haut?
Wenn ich schon in aller Herrgottsfrühe aufstehen muss, um ein Flugzeug oder einen Zug zu erwischen.
Welche Eitelkeiten verzeihen Sie einem Mann?
Eigentlich alle, wenn sie mit Selbstironie gepaart sind.
Welches Ereignis aus jüngster Zeit möchten Sie deutlich öffentlich kommentieren?
Ich finde die Art und Weise skandalös, wie einige politische Gruppen versuchen, die Verbrechen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg zu relativieren.
Welche Fernsehsendung würden Sie gern aus dem Programm streichen?
Dazu müsste ich erst einmal einen Überblick über das Fernsehprogramm haben. Ich weiß nicht mal, wie viele verschiedene Sender es im Moment überhaupt gibt.
Kommt eine Gesellschaft ohne Eliten aus?
Das ist eine schwierige Frage. Funktional sind Eliten sicher notwendig. Gleichzeitig besteht immer die Gefahr, dass Eliten durch das Gefühl des Elite-Seins degenieren und dann dysfunktional für die Gesellschaft werden. Zudem haben wir ja historisch ein paar gravierende Fälle von Elitenversagen – man denke nur an 1933. Ich bevorzuge deswegen den Begriff der Spitzenleistung.
Was ist für Sie das beste Beispiel für Toleranz?
Die Akzeptanz unterschiedlicher Kulturen und Denkweisen, die ich an meiner Universität vorfinde.
Wenn Deutschland ein Gästebuch hätte, was würden Sie hineinschreiben?
Liebes Deutschland, hab ein bisschen mehr Vertrauen zu Dir selbst.
Vielen Dank, Frau Schwan!
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