zurück zu AKTUELL

Genusstaler für FRIDA

Leserbrief schreiben

Wie Frida entstanden ist 

Impressum 

Presse und Preise 

Briefe von Lesern 

Beiträge von Lesern 

 

Das Allerneueste 

Archiv Welten 

Archiv Herzen 

Archiv Körper 

Archiv Künste 

Archiv Wirtschaften 

 

 Alle Mutterglück-Kolumnen

 Alle Perlen des Alltags

 Alle Praxisplaudereien

 Alle Filmchen

 

 Archiv 2004-2006

FRIDA die Siebte
FRIDA die Sechste
FRIDA die Fünfte
FRIDA die Vierte
FRIDA die Dritte
FRIDA die Zweite
FRIDA die Erste

 

 

 

 

Oscar Wilde und ”The Woman´s World”

Der britische Schriftsteller war Herausgeber eines Frauenmagazins

von Gabriele Bärtels

 

 

The Woman´s World  - August 1888, aus dem Buch "Oscar Wilde. Eine Biographie", Barbara Bedford, Diogenes Verlag 2004Im Jahre 1887 erschien in London die erste Ausgabe von “The Woman´s World”. Zuvor hatte das Frauenmagazin “The Lady´s World” geheißen und die klassischen Ressorts: Mode, Rezepte, Wohnungseinrichtung behandelt, sich aber schlecht verkauft.

Deshalb bat der Verleger Thomas Wemyss Reid Oscar Wilde darum, einen - zu neudeutsch - Relaunch vorzunehmen. Dieser arbeitete neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als freier Journalist und befand sich damals auf der Höhe seines Erfolges.

Der neu berufene Herausgeber befand das alte Konzept der Zeitschrift als zu: “feminin, und auch wieder nicht weiblich genug”. Weiter habe sie einen “Stich ins Vulgäre und verfehle ihr Ziel, eine Zeitschrift für die Frau von Verstand, Kultur und gesellschaftlicher Stellung zu sein”.

Statt ein Modebild neben das andere zu setzen, wollte er mehr Textbeiträge bringen, die sich mit der weiblichen Innenwelt befassten und von prominenten Damen geschrieben worden waren. Er selbst verfasste literarische Notizen zu neu erschienenen Büchern. Äußerlich wandelte sich das Heft von grün in rosa, das Titelbild war von Jugendstilweinreben umkränzt.

Bis 1889 blieb Oscar Wilde Herausgeber der “Woman´s World”, und betrat drei Mal pro Woche gegen 11 Uhr vormittags die Redaktionsräume, schrieb Briefe an Autorinnen und schlug sich mit irdischen Problemen herum: “... leider habe ich in der Honorarfrage nicht so freie Hand, wie ich möchte”, und ärgerte sich, dass er im Büro nicht rauchen durfte.

Es war seine einzige feste Stelle im Leben - und er genoss als Nebenwirkung den Umgang mit Damen aus bester aristokratischer Gesellschaft. “Ich möchte auch nach Paris und Madame Adam überreden, dass sie alle zwei Monate einen Artikel beisteuert. Ich halte es für unbedingt notwendig, mit den Autorinnen persönlich zu sprechen.” Sogar an Königin Viktoria wandte er sich mit der Bitte, ein Gedicht für das Heft zu verfassen. (Sie schlug das Ansinnen ab.)

Trotz des Erfolgs wurde Oscar Wilde der alltäglichen, kleinteiligen Redaktionsarbeit nach anderthalb Jahren müde, schrieb selbst immer weniger, kümmerte sich kaum noch um die Autorinnen, so dass die Auflage sank und sich Leserbeschwerde-Briefe häuften. Man kündigte ihm, und wenige Monate später ging “Woman´s World” ein.

 

 

Wilde-Coverkl

Quelle: “Oscar Wilde. Eine Biographie” von Barbara Belford. Diogenes Verlag 2004

 

 

 

<<< Zurück zur Hauptseite

 

Genusstaler für FRIDA

Leserbrief schreiben

 

 

[Home] [Archiv Welten] [Archiv Herzen] [Archiv Körper] [Archiv Künste] [Einladung] [Oscar Wilde] [Zackenbarsch] [Behaeltnis] [Wir basteln] [Ballroom] [DSDS] [Kasperle] [16 Gefuehle] [Archiv Wirtschaften] [Mutterglueck-Archiv] [Perlen des Alltags-Archiv] [Praxis-Archiv] [Filmchen-Archiv] [Genusstaler] [Leser-Brief] [Leserbeiträge] [Presse+Preise] [Impressum] [ueber FRIDA]