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Beschimpfung der Impfung
Man darf nicht einfach alles glauben, was in der Zeitung steht. Nein, wirklich nicht. Und die guten Nachrichten erst recht nicht. Denn was sollte die vielfach beschriebene „Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs“ sonst anderes sein als ein Wundermittel gegen die Geißel der Menschheit, also eine echte Sensation?
Weit gefehlt, sie ist ein Skandal.
Praxisplauderei von Maria Fangerau
Beginnen wir mit der Definition. Es handelt sich bei dieser breit propagierten Maßnahme nicht um ein Mittel gegen Krebs, sondern um die Bekämpfung einer Infektionskrankheit, genauer gesagt, einer Virusinfektion der Genitalschleimhaut. Bis zu 80 Prozent aller Deutschen, Männer wie Frauen, machen diese Infektion zumindest einmal im Leben durch und leben sehr gut damit. Der Körper besiegt diese schlüpfrigen Viren, und es geht weiter im Text. Manchmal bleibt diese Infektion, welche meist völlig unbemerkt abläuft, auch nach Jahren noch bestehen und dann passiert es in seltenen Fällen, von denen nur wir Frauen betroffen sind, auch mal, dass sich Veränderungen der Gebärmutterhalszellen zeigen. Meist heilen auch diese wieder von alleine ab.
Bei einem Prozent der Betroffenen tritt 10 bis 20 Jahre später eine frühe Form von Gebärmutterhalskrebs auf, die sich gut behandeln lässt. Nur drei von 100 000 in ihrem Grab ruhender Damen sind an den Folgen von Gebärmutterhalskrebs verstorben. Es ist also die sehr seltene Folge einer sehr weit verbreiteten Volkskrankheit und nicht DIE Seuche der Menschheit.
HPV ist das medizinische Kürzel diese Erreger, auf gut deutsch “Humane Papilloma Viren”. Es sind ihrer über hundert Typen, von denen etwas mehr als ein Dutzend „Böse“ (High-risk-Typen) nämliche Gebärmuttermundszellveränderungen hervorrufen können, die übrigen „Guten“ (Low-risk-Typen) nur manchmal unangenehme Warzen im Genitalbereich. Beides zugegebenermaßen recht unerfreulich.
Berücksichtigt man die sprachliche Ähnlichkeit mit der HIV-Infektion und die allgemein grassierende Angst vor Viren, die mit der Vogelgrippe ihren medialen Höhepunkt erreichte, mischt man das Ganze noch mit dem Zauberwort „Krebsbekämpfung“ auf, dann ist offensichtlich, worum es hier eigentlich geht: Um viel Geld.
Nur selten ist ein Medikament nach so kurzer Studienzeit in so zügigem Verfahren zugelassen worden wie dieser Impfstoff. Vier Studien, die bisher maximal vier Jahre liefen, reichten aus, um die Behörden davon zu überzeugen, die Impfung mache Sinn.
Diese Impfung richtet sich gegen vier Typen der über hundert HP-Viren, nur zwei davon High-Risk-Typen mit den originell numerischen Bezeichnungen HPV 16 und 18. Sie hat im beobachteten Zeitraum tatsächlich das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs um 100% verhindert. Kein Wunder, da dieser erst 10 bis 20 Jahre nach einer HPV Infektion auftritt!
Unerwähnt bleibt auch, dass in der nicht geimpften Gruppe auch nur einmal Zellveränderungen auftraten, was ein nicht signifikanter Unterschied ist, also gar nichts zu sagen hat. Tatsächlich können auch bei geimpften Frauen andere HPV-High-Risk-Typen die Zellveränderungen auslösen, da 16 und 18 nicht allein dafür verantwortlich sind.
Ein anderes Szenario könnte entstehen, wenn man sich ausmalt, dass 16 und 18 eigentlich ganz umgängliche Gesellen sind, mit dem der Körper in den meisten Fällen auch alleine fertig wird. Werden diese Platzhalter vernichtet, könnten andere, vielleicht sehr viel unangenehmere Typen an ihre Stelle treten. Dieses so genannte “Replacement” stellt den Impferfolg in Frage und könnte das eingespielte Gleichgewicht möglicherweise durcheinander bringen. Und was haben wir davon, wenn wir 16 und 18 den Garaus gemacht haben, aber dann unkontrollierbare Killerviren über unsere Gebärmutterhälse herfallen? Steigt die Rate an Gebärmutterhalskrebs dann vielleicht sogar an?
Für dieses Replacement gibt es Hinweise, die großzügig ignoriert werden. Auch die Nebenwirkungen, die in den meisten Fällen ein bisschen Fieber und Kopfschmerzen nicht überstiegen, will keiner mehr genauer untersuchen. Ein paar nicht signifikante Fehlgeburten sind doch kein Hinweis auf fruchtschädigende Wirkungen, wer wird denn so empfindlich sein. Und seit die Impfung durch ist, und die Krankenkassen sich gegenseitig darin überbieten, sie in Konkurrenz um die jungen, gesunden Beitragszahlerinnen zu bezahlen, sind keine weiteren Studien dazu geplant.
Das ist der wirkliche Skandal. Trotz zu kurzer Studienlaufzeit mit der Unsicherheit, ob die erhoffte Wirkung überhaupt eintritt und welche Nebenwirkungen sich noch zeigen könnten, werden massenhaft Impfungen an jungen Mädchen, um nicht zu sagen: an Kindern im Alter von 9 bis 15 Jahren durchgeführt. In Amerika wurde gerade noch ein Gesetz verhindert, das auf eine Zwangsimpfung texanischer Schulmädchen hinauslief. Und dabei wird in keiner Weise überprüft, was dran ist an der Impfung, ein so genanntes Follow-Up ist nicht geplant.
So werden die Teenager zu Versuchskaninchen in einer unkontrollierten Massenstudie, deren Erfolg höchst zweifelhaft ist. Und niemand unternimmt etwas dagegen.
Die Ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) hat im Gegenteil die Impfung von 12 bis 17-jährigen Mädchen, die noch keinen Sex hatten (denn einmal Petting könnte schon infizieren!) sogar empfohlen. Mit einem Wortlaut, der an Stringenz und Sicherheit kaum zu überbieten ist, spricht sie von „der möglichen Verringerung der Wahrscheinlichkeit einer Gebärmutterhalskrebserkrankung“. Wenig erstaunlich, dass einige Kommissionsmitglieder bei derartig nebulösen Formulierungen den Durchblick verlieren und sich von dem betroffenen Pharmaunternehmen Geld zustecken lassen. (Quelle: Arznei-Telegramm, Infodienst für Ärzte, 4/2007) Und denken, keiner hat es gesehen.
Es ist ja nicht so, dass die Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs kein hehres Ziel darstellt. Im Einzelfall wird es kaum schwerwiegende Gründe gegen eine Impfung und hoffentlich keine schlimmen Nebenwirkungen geben. Aber was im Einzelfall nicht schadet, hilft der Gemeinschaft nicht unbedingt. Wenn ich an das Replacement denke und die epidemiologisch unabsehbaren Folgen einer solch unkontrollierten Reihenimpfung, mal abgesehen von den Millionen an Euro, die sich viel sinnvoller investieren ließen, wird mir ganz schlecht.
Fatal wäre auch, wenn die jungen Leute nun denken: Mir kann ja nix mehr passieren, ich bin ja geimpft, und die knallbunten Kondome nur noch als Luftballons verwenden. Ein schlimmer Trugschluss, schützt diese Impfung doch nicht gegen andere sexuell übertragbare Krankheiten, erst recht nicht gegen HIV.
Und mal ganz anders gefragt: Warum sollten nicht, wenn diese Impfung angeblich so sinnvoll und gar so sicher ist, nicht auch die Jungen geimpft werden? Sie stecken ihren Rüssel doch auch überall rein und tragen somit zur Verbreitung der HPV-Infektion bei. Mal wieder typisch, dass wir Frauen als Testpersonen herhalten müssen.
Aber meine Meinung interessiert keinen, denn ich habe seit über 20 Jahren Sex und bin immer noch am Leben. Meine Tochter werde ich mit einer Großpackung Kondome ins Rennen schicken und sie regelmäßig zur Krebsfrüherkennung anmelden. Sollte sich ihr aber jemals ein Kinderarzt oder Gynäkologe mit der Impfspritze nähern, werde ich mich dazwischen werfen wie eine Löwenmutter und ausrufen : „Was willst du mit dem Dolche, sprich?“
Und werde mich über die grinsende Antwort dieses Handlangers der Pharmalobby kaum wundern: „Kohle machen, stör mich nicht!“
Die offizielle Stellungnahme des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft zum Thema finden Sie hier: www.akf-info.de/conpresso/_data/Stellungnahme-HPV-Impfung.pdf
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