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Was FRIDA sich dabei gedacht hat

Nur ein Bruchteil aller Frauen in Deutschland kauft die gängigen Frauenmagazine. Und das, obwohl die weibliche Hälfte unserer Gesellschaft deutlich mehr liest als die männliche.

Ihnen dort ein Bild vermittelt, das beschämend ist, langweilt oder Minderwertigkeitskomplexe verursacht. Die ideale Leserin dieser Erzeugnisse ist eine Kunstfigur, die in der Wirklichkeit nicht vorkommt. Das große Feld echten, weiblichen Erlebens, das direkt daneben liegt, bleibt in den Printmedien mehrheitlich unbeackert.

Die Frau von heute hat viel mehr Gesichter als ein in Trendfarben geschminktes. Sie wird die Hälfte ihres Lebens oder mehr als ältere und alte Frau zubringen. Ihre wechselhafte Biografie hat ihr beigebracht, vor allem auf sich selbst zu vertrauen. Sie ist jung geblieben und lernt jeden Tag dazu. Es sind Frauen, die im Ausland lebte oder eine Scheidung hinter sich haben. Sie waren und sind von Politik betroffen, haben eine Umschulung gemacht, ihre Haarfarbe fünfmal gewechselt, ihren Stil gefunden und eine realistische Weltanschauung entwickelt. Sie kämpfen manchmal mit den Tränen, und ihre Kinder machen Mist. Sie tragen die Hälfte aller gesellschaftlichen Lasten und wollen ihre Sinnlichkeit und ihr Mitgefühl bewahren. Diese ganze, erwachsene, facettenreiche, auch politische Frau möchte FRIDA ansprechen und ihre Männer auch.