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FRIDA
Magazin für Walküren, Fräuleins, Blaustrümpfe, Mamsells und Muttis
Nur ein Bruchteil aller Frauen in Deutschland kauft die gängigen Frauenmagazine. Und das, obwohl die weibliche Hälfte unserer Gesellschaft deutlich mehr liest als die männliche.
Ihnen wird in diesen Heften ein Bild vermittelt, das beschämend ist, langweilt oder Minderwertigkeitskomplexe verursacht. Die ideale Leserin dieser Erzeugnisse ist eine Kunstfigur, die in der Wirklichkeit nicht vorkommt. Das große Feld realen, weiblichen Erlebens, das direkt daneben liegt, bleibt in den Printmedien mehrheitlich unbeackert.
Die Frau von heute hat viel mehr Gesichter, als ein in Trendfarben geschminktes. Sie wird die Hälfte ihres Lebens oder mehr als ältere und alte Frau zubringen. Ihre wechselhafte Biografie hat ihr beigebracht, vor allem auf sich selbst zu vertrauen. Sie ist jung geblieben und lernt jeden Tag dazu. Es sind Frauen, die im Ausland lebten, eine Scheidung hinter sich haben und einen erhöhten Pap-Wert. (Krebsvorsorge-Test). Sie waren und sind von Politik betroffen, haben eine Umschulung gemacht, ihre Haarfarbe fünfmal gewechselt, ihren Stil gefunden und eine realistische Weltanschauung entwickelt. Sie haben Kinder, die stehlen, und kämpfen manchmal mit den Tränen. Sie tragen die Hälfte aller gesellschaftlichen Lasten und wollen ihre Sinnlichkeit und ihr Mitgefühl bewahren. Diese ganze, erwachsene, facettenreiche, auch politische Frau möchte FRIDA ansprechen.
Gabriele Bärtels, Juli 2004
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